
Richte unsere Füße auf den Weg des Friedens
Liebe Gemeinde,
im November findet wie in jedem Jahr die ökumenische Friedensdekade statt. In diesem Jahr werden wir an gewichtige Jahrestage erinnert. 2018 denken wir an den Beginn des Dreißigjährigen Krieges im Jahre
1618, der vor 400 Jahren Europa und besonders Deutschland verwüstete. Vordergründig ging es um die Frage, welche Konfession sich durchsetzt, tatsächlich aber ging es um Macht und Einfluss. Am 11. November 2018 erinnern wir an das Ende des Ersten Weltkrieges vor 100 Jahren. Auch hier ging es um Machtinteressen, die Diplomatie versagte, vier Jahre lang tobte ein industriell geführter Krieg, der Millionen von Verwundeten und Toten hinterließ. Vor 80 Jahren brannten die Synagogen in der Pogromnacht. Vor genau 79 Jahren begann der Zweite Weltkrieg. Zu all diesen Gräueltaten postulierte der Ökumenische Rat der Kirchen 1948 vor 70 Jahren: „Krieg soll nach Gottes Willen nicht sein!“
Wo stehen wir heute? Die atomare Bedrohung zwingt uns zu der Einsicht, dass alles Leben auf Erden von Menschen vernichtet werden kann. Unterhalb dieser Schwelle scheint durch die Entwicklung automatisierter Waffensysteme Krieg möglich zu werden, bei dem der Angreifer nur noch den Feind und nicht sich selbst gefährdet. Die Ausgaben für Militär steigen stetig, auch in Europa und in Deutschland. Die Aufrüstung aber raubt der Menschheit Mittel an Intelligenz, Ressourcen, Tatkraft und finanziellen Möglichkeiten. Sie fehlen, um etwa den Klimawandel einzudämmen oder ein besseres Wirtschaftssystem zu schaffen, durch das Krieg, Flucht und Terror nicht mehr begünstigt werden.
In früheren Zeiten hat die Kirche, statt Anwalt des Friedens zu sein, die Waffen gesegnet. Heute dagegen will sie eine „Kirche des gerechten Friedens“ sein, wie die Landessynode unserer Kirche im letzten Jahr noch einmal bekräftigt hat. Daher tritt die Kirche für die uneingeschränkte Wahrung des humanitären Völkerrechts, für zivile Konfliktbearbeitung und für Versöhnung ein. Ich denke, angesichts der aktuellen Kriege ist.
Und es ist nichts weniger Zeit, wach und hörend auf die Botschaft der Bibel zu schauen. Mit der Bitte „Richte unsere Füße auf den Weg des Friedens“ (Lukas 1,79) wollen wir im November die Friedensdekade begehen. Wir laden dazu ein, für den Frieden zu beten.
Möge Gottes Friede Sie begleiten, Ihr
Pastor Dr. Frank Foerster