Urlaubsstimmung
Urlaubsträume. Ferienzeit. Für mich beginnt sie, wenn dieses besondere Gefühl aufkommt: Zum Beispiel, wenn ich am Hafen die Fähre betrete, das Festland langsam hinter mich lasse und mir der frische, salzige Nordseewind um die Nase weht. Wenn der Alltagsballast wie von selbst abfällt, schrumpft und über Bord geht. Das muss nicht bloß am Meer sein. Es kann auch der heimische Badesee sein, an ruhigen Tagen. Ein Zeitfenster der Entschleunigung öffnet sich. Es lädt ein, Kraft zu sammeln, Sonne zu tanken, die Seele baumeln zu lassen.
Viel leichter als sonst, gelingt es mir im Urlaub, solche Momente des Nachklingens einzufangen. Beim Betrachten der Landschaft, beim Spaziergang am See oder einfach nur zuhause im Liegestuhl. Die freie Zeit, die einfach da ist, macht es möglich. Dass ich im Urlaub diese Momente der Aufmerksamkeit erlange, das ist die Gabe des Urlaubs. Vielleicht ist es ein Gespräch, in das ich mich ziehen lasse, ein Buch, das meine Phantasie anregt, oder ein Bild, das ich in Ruhe betrachte. Vielleicht ist es der Besuch einer Kirche, die unverhofft offensteht, oder der Gang durch die Natur, die ich bewusster wahrnehme.
Wenn es dazu kommt, dann bin ich, ob ich es weiß oder nicht, ganz tief im Kraftfeld Gottes. Ich spüre etwas von der Wahrheit, die hinter den Dingen steht. Ihr kann ich einmal Zeit geben zu wirken. „Gott ist nicht ferne von uns, denn in ihm leben, weben und sind wir“, heißt es in der Bibel (Apostelgeschichte 17, 27f.). Im Nachsinnen gebe ich dieser verborgenen Wahrheit Gelegenheit, an mir zu wirken, sich in mir niederzulassen. Das wirkt sich aus für die kommende Zeit des Alltags. Eine gesegnete Zeit des Entspannens wünsche ich Ihnen allen.
Pastor Frank Foerster, ev.-luth. Pfarramt Langenhagen-Süd


