Liebe Gemeinde,
kühl umweht der Fahrtwind mein Gesicht. Lautlos rollen die Reifen über den Asphalt. Landschaften ziehen an mir vorbei. Fahrradfahren – mir bereitet es Freude. Ich mag das Gefühl, das mir Fahrradfahren vermittelt. Es ist ein Gefühl purer Freiheit und von Weite, von Unterwegssein und Erleben.
Manchmal ist die Strecke, auf der ich mit meinem Rad unterwegs bin, eben und gerade, sodass ich schnell vorankomme und ohne größere Anstrengung mein Ziel erreiche. Ab und zu muss ich einen Umweg nehmen, weil mein geplanter Weg nicht befahrbar oder sogar gesperrt ist, das kostet dann Zeit. Hin und wieder gibt es Etappen und Abschnitte, die herausfordernd und kräftezehrend sein können, weil es steil bergauf geht oder weil mir ein kräftiger Gegenwind entgegenbläst. Dann fällt mir der Tritt in die Pedale keineswegs leicht.
Was für das Fahrradfahren gilt, lässt sich durchaus auf meinen Alltag übertragen. Es gibt schöne erfüllende Alltagsmomente, genauso wie es schwierige Abschnitte und Zeiten gibt. Von daher kann das menschliche Leben, wie ich finde, mit einer einzigen großen Fahrradfahrt verglichen werden. Sie hat einen Start und ein Ende. Dazwischen liegt alles, was ich erlebe.
Doch ganz gleich, wie die Strecke auch sein mag, auf der ich gerade im Leben unterwegs bin, ich darf darauf vertrauen: Ich fahre nicht allein. Gott fährt mit. Von diesem tiefen Vertrauen erzählt ein Vers aus dem Psalm 31:
„Du stellst meine Füße auf weiten Raum.“ (Ps 31,9b)
Der Mensch, der diese Worte vor langer Zeit niederschrieb, ist getragen von der getrosten Gewissheit, dass Gott in seinem Leben zuverlässig an seiner Seite ist und bleibt. Dass Gott da ist, sowohl in den Höhen als auch und vor allem in den Tiefen des menschlichen Lebens. Solche Vertrauenserklärungen durchziehen den ganzen Psalm 31.
Gott ist an meiner Seite. Nicht nur bei jeder Fahrt mit dem Rad. Gott begleitet mich jede Sekunde meines Lebens, vom Anfang bis zum Ende und sogar darüber hinaus. Denn Gott stellt meine Füße auf weiten Raum. Dieser hoffnungsvolle Zuspruch Gottes schenkt mir Kraft.
Herzliche Grüße,
Pastor Christoph Klöcker


